Neues Rechenzentrum ebnet den Weg für Natur- und Infrastrukturprojekte

Nach umfangreicher Planung und intensiven Verhandlungen gibt die Gemeindeführung der Marktgemeinde Leopoldsdorf die erfolgreiche Ansiedlung eines internationalen Unternehmens mit einem modernen Datacenter-Campus bekannt. Rechenzentren bilden die technische Grundlage für digitale Dienste, Cloud-Anwendungen und moderne Kommunikationsinfrastruktur und zählen zu den zentralen Zukunftstechnologien der digitalen Wirtschaft.

In der Gemeinderatssitzung am 26. Mai 2026 haben alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen einstimmig die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplanes sowie die Vereinbarung über einen städtebaulichen Vertrag beschlossen.

9 Millionen Euro für die Leopoldsdorfer Infrastruktur
Mit dem Projekt verbunden ist ein Infrastrukturpaket in Höhe von insgesamt 9 Millionen Euro für die Marktgemeinde Leopoldsdorf. Damit sollen zentrale Maßnahmen im seit Jahren gewidmeten Betriebsbaugebiet umgesetzt werden. Geplant sind unter anderem die Erweiterung der MAN-Straße inklusive Brückenverbindung, die Errichtung von Kanal- und Entwässerungssystemen sowie neue Beleuchtungsanlagen.

Gemeinde erhält Grünland, Petersbach wird Naturerholungsgebiet
Vereinbart wurde, dass der Rechenzentrumsbetreiber Grünland an die Gemeinde abtritt. Diese Flächen befinden sich größtenteils entlang des Petersbachs und ermöglichen die Schaffung eines Grün- und Freizeitbereichs. 
Durch die geplante Brücke kann die bestehende Naturstruktur erhalten bleiben, gleichzeitig soll ein neuer Geh- und Radweg entlang des Petersbaches entstehen.

Standort im Betriebsgebiet
Die Standortwahl wurde vom Unternehmen selbst getroffen und fiel auf ein seit Jahren als Betriebsbauland gewidmetes Areal zwischen der MAN-Straße und der B16. 
Das geplante Rechenzentrum ist kein Logistikbetrieb. Im laufenden Betrieb ist daher lediglich mit geringem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen wird vor allem während der Bauphase erwartet und ist zeitlich begrenzt. Der Baustart ist ab 2027 vorgesehen, die Fertigstellung des Projekts soll bis 2029 erfolgen.

Langfristige wirtschaftliche Impulse
Neben dem einmaligen Infrastrukturbeitrag erwartet die Gemeinde auch nachhaltige wirtschaftliche Effekte. Dazu zählen zusätzliche Kommunalsteuereinnahmen, hochwertige Arbeitsplätze sowie positive Impulse für weitere Betriebsansiedlungen im Umfeld moderner Technologien.
Im Zuge der Präsentation an die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte wurde beispielhaft dargestellt, dass bei rund 100 Beschäftigten jährliche Kommunalsteuereinnahmen von etwa 120.000 Euro möglich wären.

„Dieses Projekt bietet für Leopoldsdorf große Chancen. Besonders wichtig war uns dabei, dass Infrastruktur, Verkehr, Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam gedacht werden. Dass hier letztlich alle Fraktionen gemeinsam Verantwortung übernommen haben, ist ein starkes Signal für die Zukunft unserer Gemeinde“, betont Bürgermeister Fritz Blasnek.

Brückenschluss bringt Verkehrsentlastung im Ortskern
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die geplante neue Verkehrsführung. Durch die Verbindung der MAN-Straße mittels Brücke über den Petersbach kann der Verkehr gezielt aus sensibleren Bereichen und aus der Nähe von Wohngebieten herausgeführt werden. Dadurch entsteht nicht nur eine bessere Erschließung des Betriebsgebietes, sondern auch eine spürbare Entlastung für Teile des Ortskerns.

„Leopoldsdorf soll auch in Zukunft seinen Charakter behalten. Genau deshalb ist es wichtig, Entwicklungen dort zu lenken, wo sie hingehören: ins Betriebsgebiet. Wenn wir dieses Projekt gemeinsam und verantwortungsvoll umsetzen, ist das ein echter Schritt in die digitale Zukunft unserer Gemeinde“, so Vize-Bürgermeister Mag. Helmut Syrch.

Nachhaltigkeit im Vertrag verankert
Auch auf Bauqualität und Nachhaltigkeit wird besonderer Wert gelegt. Vorgesehen sind unter anderem Fassadenbegrünungen, Photovoltaikanlagen, nachhaltige Baustoffe sowie eine energieeffiziente Bauweise. Diese Maßnahmen werden über den städtebaulichen Vertrag abgesichert und gehen damit über die üblichen gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.

„Bei dem Ausbau des Nah­erholungsgebiets rund um den Petersbach stehen die ökologischen Werte und die Biodiversität im Vordergrund. Die Natur soll erhalten bleiben und eine reizvolle Ausgestaltung zur ­Nutzung der neu geschaffenen Grünanlage in unserer Gemeinde einladen“, verkündet gGR Thomas Giselbrecht, Ausschussvorsitzender für Umwelt und Energie.

Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat
Nach intensiven Beratungen, mehreren Abstimmungsrunden und umfassender Information wurde das Projekt schließlich einstimmig von allen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen beschlossen.

„Für uns war entscheidend, dass durch dieses Projekt die Gemeinde einen spürbaren Mehrwert erhält. Besonders wichtig sind dabei die vorgesehenen Infrastrukturmaßnahmen und die langfristige Entwicklung unserer Gemeinde“, erklären die FPÖ-Gemeinderäte Manuela Krautgartner und Günther Schmirl.

Bürgermeister Fritz Blasnek bedankt sich ausdrücklich bei allen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten für die konstruktive Zusammenarbeit und die gemeinsame Bereitschaft, eine langfristige Lösung für die Entwicklung des Betriebsgebietes zu ermöglichen.

„Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung zeigt sich, wie wichtig sachliche Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg ist. Gemeinsam ist es gelungen, eine Lösung zu erarbeiten, die Infrastruktur, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität miteinander verbindet“, erklärt Bürgermeister Fritz Blasnek abschließend.

Die wichtigsten Eckpunkte

  • Standort: Betriebsgebiet im Bereich MAN-Straße / B16 – nicht im Ortskern
  • Projekt: Moderner Datacenter-Campus eines internationalen Unternehmens
  • Maximale Bauhöhe: 25 Meter
  • Schallschutz gegen die B16
  • Infrastrukturbeitrag: einmalig 9 Millionen Euro an die Gemeinde
  • Geplanter Baustart: ab 2027
  • Fertigstellung: bis 2029 vorgesehen
  • Beschluss: einstimmig im Gemeinderat (alle Fraktionen)
     

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